Vorsicht beim Umgang mit Sprühdosen!

Aerosoldosen sind bei richtiger Handhabung ungefährlich. Geht man aber gedankenlos oder leichtfertig mit ihnen um, so können sie zerplatzen, Feuer fangen - und sogar Menschen töten.

Beim Aufräumen warf ein Gärtner eine anscheinend leere Sprühdose auf den brennenden Abfallhaufen. Als er wenig später sich dem Haufen näherte, explodierte ihm der Behälter ins Gesicht. Er verlor beide Augen und wurde im Gesicht schwer verletzt. 

Ein junges Mädchen stellte beim Frisieren die Haarspraydose auf den Gasofen ab. Durch die Erwärmung dehnte sich das Treibmittel aus, und die Dose explodierte. Das Mädchen wurde so schwer verletzt, dass es bald darauf starb.

Ein Junge schmückte am Weihnachtsabend den Christbaum und wollte den Rest Glimmerspray aus der Dose herausbekommen, Er stellte sie in heißes Wasser, um das Treibgas anzuregen. Dieser Leichtsinn kostete ihm ein Auge und den halben Unterkiefer.

Solche Unfälle sind glücklicherweise bisher eher selten geblieben. Von Jahr zu Jahr werden aber immer Waren in Sprühbehältern verkauft, und ein warnendes Wort ist darum mal nötig. Allzu häufig wird die Gebrausanweisung auf den Dosen nicht beachtet. Sie ist allerdings oft so winzig gedruckt oder so versteckt im Text der Aufschrift angebracht, dass man sie fast immer mit der Lupe suchen muss. Alleine im Jahre 1965 wurden ca. 180 bis 190 Millionen solcher Behälter produziert. Tendenz jährlich steigend. 

Durch einfachen Fingerdruck kann man nun Rasierschaum, Haarfestiger, Deo oder der gleichen versprühen. Es gibt sogar Aerosoldosen, die auf Knopfdruck heulen. Wer kennt sie nicht, denn schließlich sind sie bei fast jedem Fußballspiel dabei. Wie funktionieren eigentlich Sprühdosen?

Dem Inhalt der Dose ist ein Treibgas zugesetzt, meist in verflüssigter Form. Ein Teil davon verdampft sofort und sammelt sich oben in der Dose an. Wenn man nun das Ventil betätigt, drückt das Gas die Füllung durch ein Steigrohr zur Dose heraus. Im freigewordenen Teil bildet sich neues Gas, so dass der Druck erhalten bleibt. Mancher ist sich nicht darüber klar, dass Sprühdosen noch Gas enthalten selbst wenn der Inhalt verbraucht ist. Beim erhitzen werden sie schnell mal zum Sprengkörper. Beim Erwärmen dehnt sich das Gas aus, bis unter Umständen die Behälterwände dem Druck nicht standhalten und zerbersten.

Jedes Druckgefäß, ob leer oder gefüllt, explodiert, wenn man es über einen gewissen Grad hinaus über erhitzt. Wie stark Aerosolexplosionen sein können haben Kontrollversuche gezeigt. Dabei wurden die Dosen, die man in ein Feuer gestellt hatte, durch die Explosion 50 Meter und weiter geschleudert. Einige Dosen brannten während des Fluges, andere explodierten in einem Feuerball von mehreren Metern Durchmesser und einige prallten an die Betonwand und verformten sich beim Aufprall.  Bei Sprühdosen ist ein verhältnismäßig großer Sicherheitsspielraum vorgesehen. Sie halten im Notfall Temperaturen bis zu 70° C stand. 

Einige Aerosole sind feuergefährlich, vor allem solche Füllungen, bei denen sowohl Treibgas wie Lösungsmittel brennbar sind. Der Sprühstrahl erreicht beim Abbrennen Temperaturen bis zu 1200 Grad und eine Flammenlänge von über einem halben Meter. Zum Entzünden können schon 250 bis 400 Grad genügen. Die Glut einer Zigarette oder Pfeife wird 700 bis 900 Grad heiß. 

Hier noch einmal in Kürze 6 Regeln für einen sicheren Umgang mit Sprühdosen:

Gebrauchsanweisung auf den Dosen lesen und beachten.
Volle oder leere Dosen nicht gewaltsam öffnen oder beschädigen.
Sprühbehälter, auch leere, vor Hitze, Feuer und direkter Sonnenbestrahlung schützen.
Nicht beim Sprühen rauchen oder in unmittelbarer Nähe von Gasflammen, Elektroheizgeräten oder dergleichen arbeiten.
Leere Dosen nicht verbrennen oder in heiße Asche werfen. Vor dem Wegwerfen solange auf das Ventil drücken bis auch der letzte Rest Treibgas entwichen ist.
Sprühdosen gehören nicht in Kinderhand. Bewahren Sie sie deshalb so auf, dass Kinder nicht daran können.

 

 

 


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